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Münchner Sicherheitskonferenz 2008

Prof. Dr. Horst Teltschik (re) stellt Wolfgang F. Ischinger (li) als neuen Leiter für die Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik vor. Foto: Kai Mörk

Die 44. Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik fand vom 8. bis 10. Februar 2008 in München statt. Im Zentrum der Konferenz unter dem Titel „World in disarray - shifting powers - lack of strategies“ (Die Welt im Umbruch - Veränderte Machtverhältnisse - fehlende Strategien) stand die Debatte über die Lastenteilung der NATO-Partner in Afghanistan. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte im Vorfeld der Konferenz die seiner Meinung nach ungleichmäßige Risikoverteilung der Bündnispartner kritisiert und bekräftigte seine Besorgnis über diesen Zustand in versöhnlichem Ton. Auch NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer warnte vor den Folgen einer möglichen Zwei-Klassen-Allianz. Ein weiteres wichtiges Thema war die Diskussion über die Zukunft des Kosovo, das nur eine Woche nach der Konferenz seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte. Der serbische Präsident Boris Tadic und der russische Vize-Premierminister Sergej Iwanow warten vor einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung und ihren Folgen. Iwanow appellierte in seiner Rede an die gemeinsame Verantwortung Russlands und der USA in einer multipolaren Welt.

Der slowenische Außenminister und Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft, Dimitrij Rupel, warb für neue Verträge mit den Balkanstaaten durch Stabilisierungsabkommen oder Vereinbarungen über eine Beitrittskandidatur näher an Europa gebunden werden sollten. Auf dem Weg in die Europäische Union sah sich auch der türkische Ministerpräsident Erdohan, der mit Nachdruck für eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU warb und sich gegen die Pläne einer „privilegierten Partnerschaft“ wendete.

Der US-Verteidigungsminister, Dr. Robert Michael Gates. Foto: Harald Dettenborn

Die 44. Münchener Konferenz für Sicherheitspolitik war zudem die letzte unter dem Vorsitz von Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik, der die Leitung der Konferenz an Botschafter Wolfgang Ischinger übergab. Verteidigungsminister Dr. Franz-Josef Jung überreichte dem langjährigen Vorsitzenden der Sicherheitskonferenz zum Ende seines zehnjährigen Engagements das Große Bundesverdienstkreuz und dankte ihm für seine Leistungen als „Brückenbauer“ der internationalen Politik. In Anerkennung seiner Verdienste um die internationale Sicherheitspolitik ehrte die US-amerikanische Delegation Teltschik mit einer US-amerikanischen Fahne, die zuvor auf dem Kapitol geweht hatte.

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