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07.02.2010
Afghanistans nationaler Sicherheitsberater: Truppenabzug binnen fünf Jahren möglich

Afghanistans Nationaler Sicherheitsberater Rangin-Dadfar Spanta (in München): "Wenn alle Koordinaten stimmen, können wir in fünf Jahren die gesamte Verantwortung übernehmen."
Afghanistans nationaler Sicherheitsberater, Rangin Dadfar-Spanta, hat am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz seine Beunruhigung über einen zu frühen Abzug der ausländischen Unterstützung und zugleich den Wunsch nach einem "rechtzeitigen" Abmarsch vom Hindukusch geäußert. Im Gespräch mit securityconference.de sagte Dadfar-Spanta: "Wir machen uns Sorgen, dass die internationale Gemeinschaft uns frühzeitig verlässt, aber wir wünschen uns, dass sie uns militärisch rechtzeitig verlässt." Sollte sich das Land hingegen optimal entwickeln, könnten die Afghanen in fünf Jahren die volle Verantwortung übernehmen.
Dadfar-Spanta, der lange Jahre in Deutschland gelebt hat und bis Mitte Januar in der Regierung Hamid Karzais das Amt des Außenministers inne hatte, kritisierte die andauernde Diskussion in Deutschland über die Folgen des Kunduz-Luftschlags vom 4. September 2009. Viele Menschen hätten den Eindruck bekommen, als ob deutsche Truppen die Zivilbevölkerung absichtlich umbringen würden. Niemals in der Geschichte sei es gelungen, einen Krieg ohne zivile Opfer zu führen. Spanta forderte, die Debatte in Deutschland zu versachlichen und auf geeignete Maßnahmen zum Schutz der Menschen vor Ort zu lenken. Ziel müsse es sein zu verhindern, "dass sie von Terroristen als Schutzschild benutzt werden".
Einen Ausschnitt des Gesprächs finden Sie in der MSC-Mediathek.
