Human Security Series

Roundtable on Human Security Bahir Dar (April 2018)

Ein Blick in den Roundtable on Human Security in Bahir Dar, Äthiopien (Photo: MSC / Soyer)

Am 20. April veranstaltete die MSC am Rande des Tana High-Level Forum on African Security einen Roundtable zu "Human Security". Rund 50 hochrangige Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft nahmen teil, um die Debatte über die Auswirkungen des Klimawandels und andere ökologische Gefahren voranzutreiben. Die Veranstaltung wurde in Partnerschaft mit dem Tana Forum und der Afrikanischen Union organisiert. Die Münchner Sicherheitskonferenz hat eine besondere Beziehung zum Tana Forum, an dessen Entstehung die MSC vor sieben Jahren mitwirkte. Als Ausdruck ihres Engagements für einen zukunftsweisenden Diskurs über Sicherheit in Afrika kehrt die MSC regelmäßig nach Bahir Dar in Äthiopien zurück, um die Diskussion globaler Herausforderungen aus afrikanischer Sicht zu fördern.

Da extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Küstenüberschwemmungen in ganz Afrika häufiger auftreten, sind die Gesellschaften in der gesamten Region den Folgen des Klimawandels stärker ausgesetzt – umso mehr, da es den lokalen Regierungen an ausreichenden Kapazitäten und finanziellen Ressourcen mangelt, um diese zu mildern.

Die potenziellen Auswirkungen auf Stabilität, Frieden und Entwicklung auf dem gesamten Kontinent und die weitreichenden Auswirkungen auf Europa und darüber hinaus sind enorm. Die MSC wird diese Frage daher auch in Zukunft regelmäßig wieder aufgreifen und die Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern intensivieren. Vorsitzender Wolfgang Ischinger nannte dabei das Engagement der MSC in Afrika als "eine strategische Priorität für das nächste Jahrzehnt."

Unseren Veranstaltungsbericht mit den Kernpunkten der Diskussionen beim Roundtable finden Sie hier. Unsere Mediathek bietet einige ausgewählte Fotos sowie eine Video-Zusammenfassung der Veranstaltung.


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Über die Human Security Series

Über die letzten Jahrzehnte hinweg sind Sicherheitsbedrohungen immer komplexer geworden. Entsprechend musste der traditionelle Begriff der nationalen und internationalen Sicherheit erweitert werden, um der Vielzahl von Bedrohungen für die menschliche Existenz Rechnung zu tragen. Einige der bedeutendsten Sicherheitskrisen der letzten Jahre haben die Sicherheitspolitik zusätzlich dafür sensibilisiert, dass menschliche Not – verursacht durch Klimawandel, Umweltzerstörung oder Menschenrechtsverletzungen – oft die Ursache für ernste, manchmal gar bewaffnete Konflikte ist.

Wirksame Antworten auf diese Herausforderungen müssen einem sektorenübergreifenden und interdisziplinären Ansatz folgen. Deshalb organisiert die Münchner Sicherheitskonferenz Veranstaltungen zu Themen wie Gesundheit, Migration und Umwelt und fördert damit Dialog und Zusammenarbeit zwischen der sicherheitspolitischen Community und den Entwicklungsbeauftragten und -experten, internationalen Organisationen und NGOs, der Forschung und der Privatwirtschaft. Aufbauend auf dem Erfolg ihrer Aktivitäten zum Thema Gesundheitssicherheit bündelt die MSC ihre Aktivitäten zu diesen Themen nun in der Human Security Series.


Summits, Roundtables und andere Aktivitäten

Im Rahmen der Human Security Series organisiert die MSC zahlreiche Veranstaltungen unterschiedlicher Größe.

MSC Summits richten sich an bis zu 150 ranghohe Vertreter von Regierungen, Militärs, Forschung, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft, wobei die MSC-typische Atmosphäre des offenen Austauschs in einem ausgewählten Rahmen erhalten bleibt. Ziel dieser Summits ist es, Führungspersonen von diversen Stakeholdern zusammenzubringen, um Strategien für die Bewältigung von ökologischen, humanitären oder gesundheitlichen Sicherheitsherausforderungen zu diskutieren.

MSC Roundtables sind vertrauliche Treffen von nicht mehr als 40 Teilnehmern, die das Jahr über am Rande hochkarätiger internationaler Veranstaltungen auf der ganzen Welt stattfinden. Die Diskussionsthemen sind auf die diversen Facetten des erweiterten Sicherheitsbegriffs zugeschnitten und ziehen hochrangige Vertreter von Regierungen, Militärs, Forschung, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft an.

Während der jährlichen Hauptkonferenz in München stehen Human Security-Themen regelmäßig im Mittelpunkt der Podiumsdiskussionen und einer wachsenden Zahl von Nebenveranstaltungen. Darüber hinaus nimmt die MSC in ihren jährlichen Munich Security Report regelmäßig Kapitel zu Aspekten von Human Security auf, wie etwa zum Thema Umweltsicherheit in der 2018er Ausgabe des Reports.


Vergangene Veranstaltungen

Roundtable on Health Security München (2018)

Die MSC setzte ihre Arbeit zu Fragen der Gesundheitssicherheit fort und konzentrierte sich beim Roundtable während der Hauptkonferenz am 16. Februar auf das entscheidende Thema der Gesundheitsversorgung in Krisengebieten. Teilnehmer von Nichtregierungsorganisationen, Regierungen, internationalen Organisationen sowie dem Militär waren anwesend, um die Auswirkungen von Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen zu diskutieren.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die zunehmende Zahl von Angriffen auf die Gesundheitsinfrastruktur eine neue Stufe der Missachtung des humanitären Völkerrechts, insbesondere der Genfer Konventionen, darstellt. Die Diskussionsteilnehmer bedauerten, dass trotz der Verabschiedung von UN-Sicherheitsrats-Resolution 2286, in der alle Akteure zum Verzicht auf Schläge gegen Gesundheitsinfrastruktur aufgefordert werden, keine wesentlichen Verbesserungen erzielt wurden. Besonders besorgniserregend sei, dass nicht nur nichtstaatliche Akteure in Konflikten diese Schläge durchführen, sondern auch staatliche Akteure.


Roundtable on Human Security München (2018)

Bei der Hauptkonferenz im Februar 2018 veranstaltete die MSC ihren ersten "Roundtable on Human Security", an dem eine Vielzahl von Experten und Vertretern mit besonderer Expertise in der humanitären Dimension der Sicherheitspolitik teilnahmen.

Während des Roundtable diskutierten die Teilnehmer verschiedene Dimensionen des Konzepts "Human Security" und berührten Themen wie Umweltzerstörung, Menschenrechtsschutz, Vertreibung, Ernährungssicherheit und Gesundheit. In der Diskussion ging es insbesondere darum, dass diese Herausforderungen ein erhebliches Potenzial haben, Konflikte in Regionen wie Afrika, dem Nahen Osten und Asien auszulösen und voranzutreiben. Die Teilnehmer waren sich einig, dass bei der Behandlung sicherheitspolitischer Fragen in konfliktträchtigen Regionen ein stärker vernetzter Ansatz erforderlich ist.


Health Security Roundtable Berlin (2017)

Am 16. Oktober 2017 veranstaltete die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) am Rande des Weltgesundheitsgipfels in Berlin einen Roundtable zum Thema Health Security. Der Roundtable wurde gemeinsam von der MSC und dem World Health Summit ausgerichtet.

Die Diskussionen beschäftigten sich vor allem mit der lückenhaften Führungsstärke der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Bereich Health Security. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass trotz einiger Fortschritte insgesamt bisher nur mäßige Verbesserungen erzielt wurden. Die Teilnehmer drängten darauf, dass die internationale Staatengemeinschaft mehr Finanzmittel bereitstellen solle, identifizierten erhebliche Kapazitätslücken auf Länderebene und forderten klarere Rechenschaftsmechanismen. Angesichts einer beispiellosen Zahl globaler Gesundheitskrisen wird die Zeit im Kampf gegen die nächste Epidemie knapp.  

Einleitende Worte gaben Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der MSC, Detlev Ganten, Gründungspräsident des Weltgesundheitsgipfels, Suerie Moon, Forschungsdirektorin des Globalen Gesundheitszentrums in Genf, und Peter Salama, Exekutivdirektor des Gesundheitsprogramms der Weltgesundheitsorganisation. Moderiert wurde der Roundtable von David Heymann, Leiter des Centre on Global Health Security von Chatham House.

Einen zusammenfassenden Bericht über den Roundtable in englischer Sprache finden Sie hier. Von einigen Fotos in unserer Mediathek können sie einen Eindruck von der Veranstaltung gewinnen.


Health Security Roundtable Washington (Mai 2017)

Im Rahmen des Core Group Meetings in Washington DC am 9./10. Mai veranstaltete die MSC einen Health Security Roundtable in Zusammenarbeit mit dem Global Health Policy Centers des Centers for Strategic and International Studies (CSIS). Dabei kamen Experten und Entscheidungsträger aus der Politik, dem Militär, der Wirtschaft, der Wissenschaft sowie von Nicht-Regierungsorganisationen zusammen.

Thematisiert wurde insbesondere die Gefahr biologischer Terrorattacken. Durch signifikante Fortschritte im Bereich der Biotechnologie (z.B. CRISPR), die das Manipulieren von Pathogenen signifikant vereinfachen, sowie durch die anhaltende Gefahr terroristischer Anschläge weltweit, hat dieses Thema neue Relevanz gewonnen. Auch interessierten sich die Teilnehmer dafür, inwieweit die neue US-Administration unter Donald Trump die Führungsrolle der USA beim Thema Health Security weiterentwickeln wird.

Keynote-Reden wurden von Tim Ziemer, Senior Director for Health Security and Biodefense at the National Security Council, Wendy Sherman, ehemalige Under Secretary of State, sowie Rob Nabors, Direktor des Washingtoner Büros der Bill and Melinda Gates Foundation, gehalten. Moderiert wurde der Roundtable von J. Stephen Morrison, dem Direktor des Global Health Policy Centers am CSIS. Einen ausführlichen Report finden Sie hier.


Health Security Roundtable in München (Februar 2017)

Am Rande der 53. Münchner Sicherheitskonferenz, die vom 17. bis zum 19. Februar 2017 stattfand, versammelte die MSC zusammen mit Chatham House sowie der Bill & Melinda Gates Foundation führende Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen aus dem Bereich Health Security zu einem Roundtable mit dem Titel "Ready or Not? Addressing Gaps in the Global Surveillance and Response System."

Im Fokus der Debatte standen Vorsorgemaßnahmen bei Pandemien in instabilen und nichtregierten Regionen sowie Angriffe auf Gesundheitsinfrastruktur. Zu den hochkarätigen Teilnehmern des Health Security Roundtables zählten unter anderem Christopher Elias (Präsident der Bill & Melinda Gates Foundation),  Joanne Liu (Internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen), Peter Maurer (Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz), Alaa Murabit (Gründerin und Präsidentin von of The Voice of Libyan Women), Stefan Oschmann (Vorsitzender der Geschäftsleitung & CEO von Merck), Peter Salama (Geschäftsführer des Health Emergencies Programme der Weltgesundheitsorganisation) und Thomas D. Waldhauser (General und Kommandeur des African Command der Vereinigten Staaten von Amerika). Moderiert wurde der Roundtable von Robin Niblett (Leiter  von Chatham House).

Lesen Sie hier den Bericht zum Roundtable, den Chatham House verfasst hat.


Health Security Roundtable in Berlin (2016)

Am 9. Oktober veranstaltete die MSC zusammen mit der M8 Alliance einen Health Security Roundtable am Rande des diesjährigen Weltgesundheitsgipfels im Auswärtigen Amt in Berlin. Die Veranstaltung brachte führende Vertreter von internationalen Organisationen, politische Entscheidungsträger sowie Wissenschaftler zusammen, um über aktuelle Herausforderungen im Bereich Gesundheitssicherheit zu diskutieren.

Im Fokus der Debatten standen vor allem die Lehren aus den jüngsten Krisen im Bereich der Gesundheitssicherheit, insbesondere dem Ebolaausbruch in Westafrika. Zu den Teilnehmern zählten u.a. Detlev Ganten, Gründungspräsident des World Health Summit, Matshidiso Rebecca Moeti, Regionalleiterin für Afrika der World Health Organization, Victor J. Dzau, Präsident der National Academy of Medicine, Yves Daccord, Generaldirektor des Internationalen Komitees des Roten Kreuz sowie Florian Westphal, deutscher Leiter von Ärzte ohne Grenzen. Hier finden Sie weitere Informationen zum HSR, darunter der Konferenzbericht sowie Fotos der Veranstaltung.