MSC 2017 findet vor dem Hintergrund transatlantischer Unsicherheit und der Krise der liberalen Ordnung statt

Vom 17. bis 19. Februar 2017 bringt die 53. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) hunderte Entscheidungsträger der internationalen Sicherheitspolitik im Hotel Bayerischer Hof in München zusammen. Unter dem Vorsitz von Botschafter Wolfgang Ischinger werden mehr als 500 Teilnehmer zentrale sicherheitspolitische Herausforderungen debattieren, darunter den alarmierenden Zustand der internationalen Ordnung und das Erstarken illiberaler Kräfte.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird auch 2017 wieder in München erwartet (Photo: MSC / Kuhlmann).

Ein Update dieser Pressemitteilung mit ergänzenden Infos zur MSC 2017 finden Sie hier.

 

Auf der Konferenzagenda stehen insbesondere die Zukunft der transatlantischen Beziehungen und des NATO-Bündnisses nach der Wahl von Donald Trump, die EU-Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Ukraine-Krise und die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sowie der Krieg in Syrien und die Sicherheitslage in Asien-Pazifik, nicht zuletzt in Nordkorea. Zu den zentralen Themen der diesjährigen MSC zählen auch die Herausforderungen im globalen Kampf gegen den Terror, der Umgang mit "Information Warfare", sowie Bedrohungen für globale Gesundheits- und Klimasicherheit.

 

"Die sicherheitspolitische Lage in der Welt ist heute so unbeständig wie wohl zu keinem anderen Zeitpunkt seit dem Ende des zweiten Weltkriegs", sagte der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger im Vorfeld der Konferenz. "Die liberale Ordnung, die viele von uns als selbstverständlich erachtet haben, ist zunehmend von innen wie auch von außen bedroht. Deshalb ist es so wichtig, dass internationale Entscheidungsträger in München zusammenkommen, um gemeinsam darüber zu diskutieren, wie wir ihre Grundpfeiler stärken und dadurch den größten sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit besser begegnen können."

 

Hunderte internationale Entscheidungsträger erwartet

 

Zu den bereits bestätigten Teilnehmern zählen der neue UN-Generalsekretär António Guterres, die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, sowie sein afghanischer Amtskollege Mohammad Ashraf Ghani. Die norwegische Premierministerin Erna Solberg und ihr irakischer Amtskollege Haider al-Abadi haben ebenfalls ihre Teilnahme bestätigt. Auch der chinesische Außenminister Wang Yi, die Außenminister von Saudi-Arabien und Iran, Adel al-Dschubeir und Mohammed Dschawad Sarif, sowie der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu werden in München erwartet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow, die Außenminister Frankreichs und Großbritanniens, Jean-Marc Ayrault und Boris Johnson, und der israelische Verteidigungsminister Avigdor Liberman sind ebenfalls unter den Teilnehmern. Auch der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz Peter Maurer, der Exekutivdirektor von Human Rights Watch Kenneth Roth und Fatou Bensouda, Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs, haben ihre Teilnahme an der 53. Sicherheitskonferenz bestätigt, gemeinsam mit Bill Gates, Co-Vorsitzender der Bill & Melinda Gates Foundation, sowie dem Sänger, Mitbegründer von ONE und Aktivist Bono.

 

Die deutsche Bundesregierung wird unter anderem durch Außenminister Sigmar Gabriel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vertreten sein. Auch mehr als 60 Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen werden erwartet.

 

Auch wenn die genaue Zusammensetzung der amerikanischen Delegation noch nicht feststeht, weist alles auf eine starke Beteiligung von Mitgliedern der neuen Administration und des Kongresses hin. Einige Mitglieder des neuen Kabinetts, darunter der Vizepräsident Mike Pence, Verteidigungsminister General James Mattis und Heimatschutzminister General John Kelly, haben ihre Teilnahme bereits bestätigt. Die Kongressdelegation wird von den Senatoren John McCain und Sheldon Whitehouse angeführt und umfasst mehr als ein Dutzend Mitglieder.

 

"Seit ihren Anfängen im Jahr 1963 stehen die transatlantischen Beziehungen im Zentrum der Münchner Sicherheitskonferenz. Nur wenige Wochen nach der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten bietet die MSC eine wichtige Gelegenheit, gemeinsam darüber zu sprechen, wie Europa und die USA in einem zunehmend herausfordernden Umfeld weiter zusammenarbeiten können", sagte Botschafter Wolfgang Ischinger. "Ich hoffe, dass wir dabei kein Blatt vor den Mund nehmen und offen und ehrlich sowohl über unsere Meinungsverschiedenheiten als auch über gemeinsame Interessen und Werte sprechen werden."

 

Zahlreiche diplomatische Treffen und Veranstaltungen außerhalb des Hauptsaals

 

Auch 2017 werden die Debatten des Hauptprogramms von mehreren hundert bilateralen Terminen und ergänzenden Veranstaltungen begleitet. Viele international renommierte Institutionen und Organisationen, darunter Chatham House, die Bill & Melinda Gates Foundation, das International Institute for Strategic Studies, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Mercator oder der Atlantic Council, nutzen die Plattform der MSC für Diskussionsrunden und Workshops zu aktuellen Themen auf der internationalen sicherheitspolitischen Agenda, um internationale Entscheidungsträger aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen oder um neueste Forschungsergebnisse zu präsentieren.

 

Jenseits der Veranstaltungen, die sich nur an Konferenzteilnehmer richten, wird es auch Events für die breite Öffentlichkeit geben. Dazu zählen eine dreitägige Literaturreihe mit Nobelpreisträgern sowie ein "Town Hall Meeting" zum Thema "Post-Truth Politics" im Hotel Bayerischer Hof am Vortag der Konferenz.

 

Über die Münchner Sicherheitskonferenz

 

Im Laufe der vergangenen fünf Jahrzehnte hat sich die alljährlich im Februar stattfindende Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) zu einem zentralen Treffen der internationalen "strategic community" entwickelt. Seit ihrer Gründung als "Internationale Wehrkunde-Begegnung" im Jahr 1963 ist die MSC ein unabhängiges Forum, das sich der Förderung friedlicher Konfliktlösung und internationaler Kooperation bei gegenwärtigen und zukünftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen widmet. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die transatlantische Partnerschaft. Neben der jährlichen Hauptkonferenz veranstaltet die MSC regelmäßig hochkarätige Formate zu ausgewählten Themen und Regionen. 

 

Die Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz gGmbH dankt der Bundesregierung, der bayerischen Staatsregierung, der Landeshauptstadt München und ihren zahlreichen Partnern aus der Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft für die Förderung und Unterstützung. Ohne sie wäre die Ausrichtung einer so komplexen Veranstaltung nicht möglich. Eine Liste unserer Unterstützer steht hier zur Verfügung.

03. Februar 2017, von MSC

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