Brent Scowcroft erhält Ewald-von-Kleist-Preis der Münchner Sicherheitskonferenz für sein Lebenswerk

Für seinen langjährigen, außerordentlichen Einsatz für den Frieden wird Brent Scowcroft, der ehemalige Nationale Sicherheitsberater der US-Präsident Gerald Ford und George H. W. Bush, am kommenden Samstag, dem 2. Februar, mit dem Ewald-von-Kleist-Preis der Münchner Sicherheitskonferenz geehrt. Der Preis soll führende Persönlichkeiten der Außen- und Sicherheitspolitik ehren, die sich in besonderem Maße für Konfliktbewältigung eingesetzt haben. Sie wird in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen. Bisherige Preisträger waren Henry Kissinger, Javier Solana und Joseph R. Lieberman.


Scowcroft wurde 1925 im US-amerikanischen Bundesstaat Utah geboren. Nach seinem Studium an der Militärakademie West Point war er in verschiedenen Funktionen in der US Air Force tätig. In seiner 29-jährigen Karriere in der Air Force, die er als Generalleutnant verließ, war Scowcroft unter anderem Militärberater von Präsident Nixon und lehrte Russische Geschichte in West Point.


Für Deutschland von besonderer Bedeutung ist Scowcrofts Tätigkeit als Nationaler Sicherheitsberater von Präsident Bush senior, als er zu den wesentlichen Architekten des deutschen Vereinigungsprozesses gehörte. „Ich freue mich, dass wir mit Brent Scowcroft eines der wichtigsten Mitglieder des Teams von Präsident Bush ehren können, die maßgeblich daran beteiligt waren, den Kalten Krieg zu beenden und die deutsche Vereinigung auf friedlichem Wege zu erreichen“, erklärte Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz.  


Scowcroft verfügt zudem über umfangreiche Erfahrungen in der Privatwirtschaft. Heute ist er Präsident der Scowcroft Group, einer international tätigen Beratungsfirma. Er ist zudem Gründer und Präsident des Forum for International Policy und sitze in den Beiräten mehrerer Organisationen. In der außenpolitischen Debatte wird sein Rat über die Partei- und Ländergrenzen hinweg geschätzt. Scowcroft war Mitglied in mehreren nationalen und internationalen Expertenkommissionen, darunter das High Level Panel on Threats, Challenges and Change des UN-Generalsekretärs. Scowcroft hat bereits viele hochrangige Ehren erhalten. Er ist Träger der Freiheitsmedaille des US-Präsidenten. 2009 wurde ihm das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 
“Frieden durch Dialog” – so lautet die Inschrift auf der Rückseite der silbernen Medaille, die vom Münchner Juwelier Maximilian Heiden gestaltet und gestiftet wurde. Botschafter Ischinger und der Namensträger des Preises, Ewald-Heinrich von Kleist, werden sie dem 87-jährigen Scowcroft während eines Gala-Dinners in der Residenz des Bayerischen Ministerpräsidenten überreichen. Die Laudatio wird der ehemalige Ewald-von-Kleist-Preisträger Javier Solana halten.

01. Februar 2013, von MSC

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