Javier Solana erhält Ewald-von-Kleist-Preis der Münchner Sicherheitskonferenz für sein Lebenswerk

Für seinen außerordentlichen Einsatz für den Frieden wird Javier Solana, der ehemalige Hohe Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union und frühere NATO-Generalsekretär, am kommenden Samstag, dem 6. Februar, den Ewald-von-Kleist-Preis der Münchner Sicherheitskonferenz erhalten. Der Preis wird in diesem Jahr erst zum zweiten Mal verliehen. Im vergangenen Jahr wurde der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger mit der Medaille gewürdigt.

Der Ewald-von-Kleist Preis soll führende Persönlichkeiten der Außen- und Sicherheitspolitik ehren, die sich auf herausragende Weise für internationalen Frieden und Konfliktbewältigung eingesetzt haben. Er ist nach Ewald-Heinrich von Kleist benannt, der die Münchner Sicherheitskonferenz 1962 in München als "Wehrkundetagung" begründete. Als junger Offizier gehörte er zu den Verschwörern vom 20. Juli 1944, die versuchten, Adolf Hitler zu töten.

Der diesjährige Preisträger des Ewald-von-Kleist-Preises, Javier Solana de Madariaga, prägte insbesondere die europäische Außenpolitik nachhaltig – von 1999 bis Dezember 2009 war er Generalsekretär des Rates der Europäischen Union sowie Hoher Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und gleichzeitig Generalsekretär der Westeuropäischen Union (WEU). Der gebürtige Spanier verschaffte der Europäischen Union in dieser Zeit eine einheitliche Stimme in den Internationalen Beziehungen, bereitete den Boden für den Europäischen Auswärtigen Dienst und stärkte die Rolle der EU als internationaler Konfliktmanager. Er gilt als führender Kopf einer europäischen Krisenpräventionsstrategie. Im Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine griff er vermittelnd ein. 1995 initiierte er den Barcelona-Prozess für eine engere Nachbarschaftspolitik mit den Mittelmeer-Anrainerstaaten. Im Rahmen des Nahost-Quartetts war er außerdem maßgeblich an der Gestaltung der Roadmap beteiligt. Im Streit um das iranische Atomprogramm wurde Solana von der internationalen Sechsergruppe mit der Verhandlungsführung betraut und beharrte auf einer friedlichen, diplomatischen Lösung des Konflikts.

Die politische Karriere des studierten Physikers begann mit dem Ende des Franco-Regimes 1977, als er als Abgeordneter der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens (PSOE) in den Kongress einzog. 1982 wurde Solana unter dem damaligen spanischen Ministerpräsidenten Felipe Gonzalez Kulturminister und übernahm nach weiteren Ämtern 1992 schließlich das Außenministerium. Überraschend wurde er 1995 zum neunten Generalsekretär der NATO berufen, als deren Kritiker der beliebte Politiker lange galt. Während seiner vierjährigen Amtszeit bewies Solana großes diplomatisches Geschick, etwa bei der Einbindung Russlands und der Osterweiterung des Bündnisses. Nach Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon am 1. Dezember 2009 übernahm Baroness Catherine Ashton seine Nachfolge als Hohe Repräsentantin für die Außen- und Sicherheitspolitik.

"Peace through Dialog" – so lautet die Inschrift auf der Rückseite der silbernen Medaille, die dem 67-jährigen Solana während eines Gala-Dinners in der Münchner Residenz des Bayerischen Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk überreicht werden wird. Sponsor und Gestalter der Medaille ist der Münchner Juwelier Maximilian Heiden. Laudator für Javier Solana am Samstagabend wird der französische Außenminister Bernard Kouchner sein.

 

04. Februar 2010,

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