Münchner Sicherheitskonferenz zunehmend als Plattform für die Zivilgesellschaft gefragt / Diesjähriger "Ewald-von-Kleist-Preis" geht an OSZE

Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt bei vielen noch vor allem als Treffen der Staatenlenker und Militärs. Dabei hat sich die Konferenz in den letzten Jahren immer stärker als Plattform für zivilgesellschaftliche Initiativen und Nichtregierungsorganisationen etabliert.

Sowohl die Konferenz selbst als auch zahlreiche Seitenveranstaltungen im Hotel Bayerischer Hof sind als Orte gefragt, bei denen viele Themen der internationalen Politik – von Abrüstungsfragen, regionalen Konflikten bis hin zur Cyberpolitik oder Weltgesundheitsfragen – aus unterschiedlichen Blickwinkeln im Detail diskutiert werden können.

 

So debattieren in diesem Jahr etwa Salil Shetty von Amnesty International und Kumi Naidoo von Greenpeace mit Entscheidungsträgern über die globale Flüchtlingskrise und Global Governance. Zudem finden in diesem Jahr am Konferenzwochenende mehr Seitenveranstaltungen als je zuvor statt. Insgesamt werden von Donnerstag bis Sonntag etwa 100 hochkarätig besetzte Veranstaltungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Teilen der Welt versammeln.

 

So wird beispielsweise das Forum Ziviler Friedensdienst die internationale Flüchtlingskatastrophe, die auch Thema der Hauptkonferenz ist, in einer eigenen Veranstaltung vertiefen. Die Bill and Melinda Gates Stiftung und Chatham House widmen sich der Ebola-Epidemie, während die Mercator-Stiftung die Auswirkungen des Klimawandels thematisiert. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) lädt zu einer Veranstaltung zum Thema "African and Global Perspectives on Peace Keeping and Peace Building", das Hague Institute for Global Justice und das Stimson Center zum Thema "Fragile States and the Fault Lines of Global Security and Justice".

 

Weitere Seitenveranstaltungen werden z.B. von der Nuclear Threat Initiative, Global Zero, The Elders Initiative, One, Transparency International und dem Stockholm Institute for International Peace Research organisiert.

 

OSZE wird mit Ewald-von-Kleist-Preis geehrt

 

Der Ewald-von-Kleist-Preis der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) wird in diesem Jahr an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verliehen.

 

Die Auszeichnung wird durch die OSZE-Präsidentschaftstroika 2014-2016, die Außenminister der Schweiz, Didier Burkhalter, Serbiens, Ivica Dacic und Deutschlands, Frank-Walter Steinmeier, gemeinsam mit OSZE-Generalsekretär Lamberto Zannier entgegengenommen werden.

 

Damit soll angesichts der Ukraine-Krise die OSZE für ihren Beitrag zu Frieden, Stabilität und Sicherheit in Europa geehrt werden. Die Ehrung setzt gleichzeitig ein Signal zur Stärkung der Sicherheitsarchitektur sowie Vertrauensbildung im europäischen und eurasischen Raum.

 

Die MSC vergibt den Ewald-von-Kleist-Preis seit 2009. Die Auszeichnung würdigt das politische Leben und Wirken Ewald von Kleists (1922-2013), der 1963 die Münchner Sicherheitskonferenz damals unter dem Namen "Internationale Wehrkunde-Begegnung" ins Leben rief und sie bis 1998 leitete. Mit dem Ewald-von-Kleist-Preis sollen herausragende Persönlichkeiten und Institutionen ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise für Frieden und Konfliktbewältigung eingesetzt haben.
Mit der OSZE wird erstmals eine internationale Organisation ausgezeichnet.  

 

Der Preis - eine silberne Medaille mit der Inschrift "Frieden durch Dialog", die vom Münchner Juwelier Maximilian Heiden gestaltet und gestiftet wurde - wird am 7. Februar 2015 im Rahmen eines Gala-Dinners in der Münchner Residenz auf Einladung des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer verliehen. Die Laudatio wird der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan halten.

 

Bisherige Preisträger des Ewald-von-Kleist-Preises:

  • 2009   Dr. Henry Kissinger
  • 2010   Dr. Javier Solana
  • 2012   Joseph Lieberman
  • 2013   Brent Scowcroft
  • 2014   Helmut Schmidt und Valerie Giscard d’Estaing

 

Über die 51. Münchner Sicherheitskonferenz

 

Vom 6. bis 8. Februar 2015 steht die bayerische Landeshauptstadt wieder im Mittelpunkt der Weltpolitik. Auf der 51. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) werden sich über 400 hochrangige Entscheidungsträger der internationalen Politik, darunter etwa 20 Staats- und Regierungschefs und über 60 Außen- und Verteidigungsminister versammeln, um über die aktuellen Krisen und Konflikte zu beraten.

05. Februar 2015, von MSC

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