Nord-Süd-Sicherheitsdialog stärken: MSC tagt erstmals in Afrika [Update vom 14.04.]

Am 14. und 15. April findet zum ersten Mal ein Core Group Treffen der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) auf dem afrikanischen Kontinent statt. Zu den wichtigsten Themen der zweitägigen Veranstaltung in Addis Abeba gehören der gemeinsame Kampf gegen gewaltbereiten Extremismus, Krisenprävention und Krisenmanagement in Nord- und Ostafrika, sowie die Instabilitätsrisiken, die von Epidemien und dem Klimawandel ausgehen.

Der Hauptsitz der Afrikanischen Union in Addis Abeba, einer der Veranstaltungsorte des MSC Core Group Meetings (Photo: AU).

In der Hauptstadt Äthiopiens, zugleich Sitz der Afrikanischen Union (AU), kommen unter dem Vorsitz von Botschafter Wolfgang Ischinger rund 60 hochrangige Teilnehmer aus Afrika, Europa und den USA zusammen. Das MSC Core Group Meeting findet anlässlich des 5. Tana High-Level Forum on Security in Africa und in Zusammenarbeit mit den Regierungen Deutschlands und Äthiopiens sowie der Kommission der Afrikanischen Union statt.


Zu den hochrangigen Führungspersönlichkeiten, die ihre Teilnahme zugesagt haben, zählen die Vorsitzende der AU-Kommission Nkosazana Dlamini-Zuma, der AU-Kommissar für Frieden und Sicherheit Smail Chergui, der ehemalige nigerianische Präsident und jetzige Vorsitzende des Tana Forums Olusegun Obasanjo und der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Das Gastgeberland Äthiopien wird durch Premierminister Hailemariam Desalegn und Außenminister Tedros Adhanom Ghebreyesus vertreten sein. Auch die Außenministerinnen Ghanas und Ruandas, Hanna Serwaah Tetteh und Louise Mushikiwabo, sowie Youssef Amrani aus dem  königlichen Kabinett Marokkos werden beim Core Group Meeting erwartet. Aus Deutschland nehmen unter anderem der frühere Bundespräsident Horst Köhler und der Afrika-Beauftragte der Bundeskanzlerin Günter Nooke teil, aber auch Markus Ederer, Staatssekretär des Auswärtigen Amts, und Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags. Auch mehrere Vertreter internationaler Organisationen, unter anderem der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration William Lacy Swing, der Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für die Verhütung von Völkermord Adama Dieng, der UN-Sondergesandte für Somalia, Michael Keating, sowie der Exekutivsekretär der UN-Wirtschaftskommission für Afrika Carlos Lopes werden erwartet.


Im Zentrum der Diskussionen stehen neben der Bewältigung und Verhütung von Flüchtlingsströmen, dem gemeinsamen Kampf gegen Terror und Extremismus und der Kooperation im Rahmen internationaler Friedensmissionen auch der weitere Aufbau der regionalen Sicherheitsarchitektur sowie die Stärkung von staatlichen Strukturen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Justiz und Polizei.


Anlässlich des Core Group Meetings sagte der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger: "Afrika wird heute zu Recht nicht mehr nur als Kontinent der Krisen wahrgenommen. Vor allem Afrikas junge und sehr schnell wachsende Bevölkerung bietet große Chancen für den Kontinent. Gleichzeitig stellt dieser Trend viele afrikanische Länder vor erhebliche Herausforderungen. Sind staatliche und regionale Strukturen darauf vorbereitet, dass sich die Bevölkerung bis 2050 verdoppeln wird? Sind sie es nicht, droht beschleunigter Staatszerfall mit katastrophalen Konsequenzen für Millionen von Menschen. Die Entwicklung Afrikas ist also von großer globaler Bedeutung – ganz besonders für den Nachbarn im Norden, Europa. Daher ist es heute wichtiger denn je, dass in Fragen der politischen, wirtschaftlichen  und der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit ein enger Austausch und ein noch intensiverer Dialog zwischen Afrika und Europa stattfindet."

 

Das MSC Core Group Meeting in Addis Abeba wird von zahlreichen Partnern unterstützt, darunter die Robert Bosch Stiftung, Merck, Roland Berger Strategy Consultants, Microsoft, Ernst & Young, die Bill und Melinda Gates Stiftung und Chatham House. Die MSC dankt allen Partnern für ihre Unterstützung. 


Über die Münchner Sicherheitskonferenz

Seit ihrer Gründung vor über fünf Jahrzehnten hat sich die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) zu einer der weltweit wichtigsten Plattformen für den außen- und sicherheitspolitischen Dialog entwickelt. Neben der jährlichen Hauptkonferenz veranstaltet die MSC regelmäßig hochkarätige Formate zu ausgewählten Themen und Regionen und veröffentlicht den Munich Security Report.


Über die MSC Core Group Meetings
Seit 2009 veranstaltet die MSC gemeinsam mit lokalen Partnern Core Group Meetings an wechselnden Orten weltweit. Die Treffen bieten einem exklusiven Teilnehmerkreis von etwa 60 Personen die Gelegenheit, über aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen im regionalen Kontext des Veranstaltungsortes zu diskutieren. Bisherige Core Group Meetings fanden in Washington, D.C. (2009 und 2013), Moskau (2010), Peking (2011), Doha (2013), Neu-Delhi (2014), Wien (2015) und Teheran (2015) statt. Weitere Treffen sind für Peking (November 2016)  und Washington, D.C. geplant.

14. April 2016, von MSC

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