Wolfgang Ischinger: Mit Russland die Europäische Integration vollenden

 

In seiner Festrede “1990-2010:The Unfinished Business of Unifying Europe” vor dem German Historical Institute in Washington D.C. anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung, betonte Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, den großen Erfolg des deutschen und europäischen Vereinigungsprozesses. Dieser könne aber erst als vollendet angesehen werden, wenn Russland fester Bestandteil einer neuen Europäischen Sicherheitsordnung zwischen Nordamerika und Europa ist, so Ischinger. Berlin könne dabei eine vitalere und zentralere Rolle spielen, indem Deutschland innerhalb der NATO dafür eintritt, für ein besseres Verhältnis zu Russland zu werben und die Tür zum Atlantischen Bündnis prinzipiell auch für Moskau zu öffnen. Auch müsse in diesem Kontext das Verhältnis zwischen Russland und der Europäischen Union auf eine neue Basis gestellt werden. Eine Kerngruppe bestehend aus Vertretern der EU, Russlands und den USA könnte sich hierbei um gemeinsame Positionen bemühen. Der Grundsatz für ein neugeordnetes Verhältnis mit Russland ist laut Wolfgang Ischinger hierbei:

“Es ist die zentrale Aufgabe, unser Verhältnis zu Russland zu entmilitarisieren, sowie Misstrauen und Frustration durch Kooperation und  Vertrauen zu ersetzen. Wir müssen auf eine zukünftige Europäische Ordnung hinarbeiten, die sich auf gegenseitige Abhängigkeit und Rücksichtnahme konzentriert und weniger getrieben wird von klassischen militärischen Bedrohungsszenarien.“

Über die Münchner Sicherheitskonferenz:

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist weltweit das wichtigste unabhängige Forum zum Gedankenaustausch von Entscheidungsträgern der internationalen Sicherheitspolitik. Jedes Jahr bietet sie hochrangigen Teilnehmern aus aller Welt ein Forum zur intensiven Diskussion der aktuellen und zukünftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen.

06. Oktober 2010,

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