Transnational Security Series

Transnational Security Report Launch und Roundtable in Abuja (Juni 2019)

Nigerias Präsident Buhari bei der Vorstellung des Transnational Security Report in Abuja (Photo: MSC / Kuhlmann)

Der Transnational Security Report der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) "Cooperating Across Borders: Tackling Illicit Flows" wirft ein Schlaglicht auf ausgewählte Beispiele illegaler Handelsströme und deren Auswirkungen auf die internationale Sicherheit und macht konkrete Vorschläge für ihre Bekämpfung. Der Bericht zielt darauf ab, das Bewusstsein politischer Entscheidungsträger für die zahlreichen Herausforderungen, aber auch für die Chancen, die sich aus der Problematik ergeben, zu schärfen. Da viele Staaten mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind und diese nicht allein bewältigen können, könnte dies auch die praktische multilaterale Zusammenarbeit stimulieren und zu einer Neubelebung von regionalen und globalen Governance-Mechanismen beitragen.

Am 28. Juni, dem Vorabend des ECOWAS-Gipfels, stellte die MSC den Transnational Security Report in Nigerias Hauptstadt Abuja vor. Die Auftaktveranstaltung wurde mit Reden des Präsidenten von Nigeria und derzeitigen ECOWAS-Vorsitzenden Buhari und des Präsidenten von Burkina Faso und derzeitigen Präsidenten der Regionalorganisation G5 Sahel Kaboré eröffnet. Weitere Teilnehmer waren Minister aus der ECOWAS-Region, die ECOWAS-Kommissare für Handel, Frieden und Sicherheit, und Flüchtlinge, sowie der Nationale Sicherheitsberater des nigerianischen Präsidenten und hochrangige Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Wissenschaft. Gemeinsam diskutierten sie über die Ergebnisse des Berichts und die Bedeutung illegaler Handelsströme für die transnationale Sicherheit in Westafrika und darüber hinaus.


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Über die Transnational Security Series

Transnationale Sicherheitsbedrohungen – grenzüberschreitende, in der Regel nichtmilitärische Bedrohungen der nationalen und internationalen Sicherheit – sind ein Nebenprodukt der globalisierten Welt. Drogen-, Waffen- und Menschenhandel, nukleare Proliferation, die Verbreitung von Terrorismus und Piraterie und die damit verbundenen illegalen Finanzströme sind nur einige der Themen, die die Grenze zwischen internationaler und nationaler Sicherheitspolitik überschreiten. Im Gegensatz zu den traditionellen "harten" Sicherheitsherausforderungen haben viele transnationale Sicherheitsbedrohungen noch nicht die entsprechenden internationalen Bemühungen ausgelöst, diese zu bewältigen.
   
Angesichts der Tatsache, dass transnationale Sicherheitsbedrohungen keine Grenzen kennen, erfordern die Bemühungen, sie wirksam zu bekämpfen, einen engen Austausch und verbindliche Zusammenarbeit zwischen Staaten und den relevanten nichtstaatlichen Akteuren gleichermaßen. Mit der neuen Reihe zu transnationaler Sicherheit will die MSC Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen, sowie Experten und Expertinnen aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen, um Strategien zu diskutieren, die helfen können, transnationalen Sicherheitsbedrohungen zu begegnen.


Summits, Roundtables und andere Aktivitäten

Im Rahmen der Transnational Security Series organisiert die MSC zahlreiche Veranstaltungen unterschiedlicher Größe.

MSC Roundtable sind intime, vertrauliche Treffen mit nicht mehr als 40 Teilnehmern, die das ganze Jahr über am Rande hochkarätiger internationaler Veranstaltungen auf der ganzen Welt stattfinden. Die Diskussionsthemen spiegeln aktuelle Debatten und Herausforderungen für die transnationale Sicherheit wider und ziehen hochrangige Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Militär, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft an.

Neben den speziell dem Thema gewidmeten Veranstaltungen spielen transnationale Sicherheitsfragen eine wichtige Rolle bei allen MSC-Aktivitäten. Die MSC veranstaltet Podiumsdiskussionen sowie eine wachsende Zahl von Side Events zu länderübergreifenden Sicherheitsfragen auf der jährlichen Hauptkonferenz in München und bei den Core Group Meetings der MSC. Sowohl bei dem Core Group Meeting 2018 in Minsk als auch bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2019 fanden Roundtable zu transnationalen Bedrohungen statt. Darüber hinaus behandelt die MSC transnationale Sicherheitsgefahren im jährlichen Munich Security Report, dessen jüngste Ausgabe ein Kapitel zum Thema Transnationale Organisierte Kriminalität enthält, und in ihrem neuen Transnational Security Report "Cooperating Across Borders: Tackling Illicit Flows".


Vergangene Veranstaltungen

Transnational Security Roundtable in München (2019)

Am 16. Februar veranstaltete die MSC am Rande ihrer jährlichen Hauptkonferenz in Zusammenarbeit mit PMI Impact einen Roundtable zu transnationaler Sicherheit. Mehr als 30 Teilnehmer aus Politik, internationalen Organisationen, Strafverfolgungsbehörden, NGOs, Wissenschaft und Militär kamen zusammen, um einen vertraulichen Dialog zu führen.

Die Veranstaltung in München konzentrierte sich auf illegale, grenzüberschreitende Geld-, Waren- und Personenströme und vertiefte damit die Diskussionen des ersten Transnational Security Roundtable der MSC in Minsk. Insbesondere diskutierten die Teilnehmer die Überlagerung einer Vielzahl illegaler grenzüberschreitender Ströme, von Drogen- und Waffenschmuggel bis Menschenhandel, und deren destabilisierende Folgen für die betroffenen Regionen. In Bezug auf Bemühungen zur Eindämmung illegaler Finanz- und Warenströme wurde insbesondre die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Strafverfolgungsbehörden, internationalen Organisationen und dem Privatsektor behandelt. Während sich Akteure aus den verschiedenen Bereichen auf unterschiedliche Arten illegaler Ströme konzentrieren können, waren sich die Teilnehmer einig, dass allumfassende Lösungen eine effektive Zusammenarbeit zwischen ihnen allen erfordern. Anstatt sich auf die Bekämpfung einer einzigen Form des illegalen Handels zu konzentrieren, schlugen die Teilnehmer vor, dass sich die künftigen Bemühungen auf die übergreifenden Netze, Routen und Orte konzentrieren sollten, die den illegalen Handel überhaupt erst ermöglichen.


Transnational Security Roundtable beim Core Group Meeting in Minsk (2018)

Der offizielle Startschuss für die Aktivitäten der MSC zu transnationaler Sicherheit fiel am Rande des MSC-Kerngruppentreffens 2018 in Minsk, wo die MSC am 31. Oktober einen Transnational Security Roundtable veranstaltete. Der Roundtable, der in Zusammenarbeit mit PMI Impact organisiert wurde und eine offene Diskussion ermöglichte, gab einen Überblick über die verschiedenen transnationalen Sicherheitsherausforderungen in Osteuropa.


Auf der Grundlage der Erfahrungen von 30 hochrangigen Teilnehmern aus der Eurasischen Wirtschaftsunion und den Ländern der Europäischen Union wurden wichtige Diskussionsthemen wie organisierte Kriminalität und Terrorismus, illegale Finanzströme sowie die Auswirkungen der Technologie auf den legalen und illegalen Handel mit Drogen, Waffen und Menschen behandelt.