Vorsitz

Botschafter Wolfgang Ischinger

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Botschafter Wolfgang Ischinger

Botschafter Wolfgang Ischinger hat 2008 auf Initiative der Bundesregierung den Vorsitz der Münchner Sicherheitskonferenz übernommen und wurde dafür vom Auswärtigen Dienst beurlaubt. Von Mai 2008 bis Dezember 2014 war er Generalbevollmächtigter für Regierungsbeziehungen der Allianz SE, München. Er ist  u.a. Mitglied im Aufsichtsrat der Allianz Deutschland AG und im European Advisory Council von Investcorp, London/New York.

 

Wolfgang Ischinger wurde am 6. April 1946 in Beuren (Baden-Württemberg) geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und Genf, das er mit dem ersten juristischen Staatsexamen 1972 abschloss, widmete sich Ischinger dem Studium des Völkerrechts, der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und der Zeitgeschichte an der Fletcher School of Law and Diplomacy und der Harvard Law School (M.A. Fletcher School, 1973). In Genf und Boston war Ischinger Stipendiat des DAAD. Nach Beendigung seines Studiums arbeitete er von 1973 bis 1975 im Kabinett des VN-Generalsekretärs in New York. Anschließend trat er in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein.

 

Wolfgang Ischinger blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere im Auswärtigen Amt zurück. Nach Verwendungen im Planungsstab und an der Deutschen Botschaft in Washington, D.C. war er von 1982 bis 1990 persönlicher Mitarbeiter des Bundesministers des Auswärtigen, ab 1985 als Persönlicher Referent, ab 1987 als Leiter des Parlaments- und Kabinettsreferats des Auswärtigen Amts. 1990 wurde er zum Gesandten ernannt und diente als Leiter der Politischen Abteilung der Deutschen Botschaft in Paris.

 

Anschließend war Wolfgang Ischinger von 1993 an Chef des Planungsstabes im Auswärtigen Amt, bevor er 1995 zum Ministerialdirektor und Leiter der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes befördert wurde. In dieser Funktion leitete Ischinger u.a. die deutschen Delegationen bei den Bosnien-Friedensverhandlungen in Dayton/Ohio 1995, bei den NATO-Russland-Verhandlungen 1996/1997 und in der Kosovo-Krise 1998/1999. Im Oktober 1998 wurde Ischinger zum Staatssekretär ernannt. Als Staatssekretär vertrat Wolfgang Ischinger die Bundesregierung auf zahlreichen internationalen Konferenzen, insbesondere im Rahmen der Vereinten Nationen, der NATO und der Europäischen Union.

 

Von 2001 bis 2006 war Ischinger deutscher Botschafter in den Vereinigten Staaten. Anschließend diente er bis 2008 als deutscher Botschafter in London. 2007 war er zudem Repräsentant der Europäischen Union in den Troika-Verhandlungen über den Status des Kosovo.

 

Im Jahr 2014 war Ischinger als Vertreter des Chairman-in-Office der OSZE Co-Moderator einer Reihe Runder Tische in der Ukraine, die zum Ziel hatten, einen umfassenden nationalen Dialog zu fördern. Für das Jahr 2015 hat er den Vorsitz einer von der OSZE etablierten Kommission (Panel of Eminent Persons on European Security as a Common Project) übernommen, die Vorschläge zur Stärkung der europäischen Sicherheit vorlegen soll.

 

Neben seiner diplomatischen Tätigkeit hat Botschafter Ischinger regelmäßig Beiträge zu außen- und sicherheitspolitischen Fragen in deutscher, englischer und französischer Sprache verfasst. Er ist u.a. Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), des Governing Board des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) und des Beirats der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS). Zudem sitzt Ischinger im Board des East-West-Institute in New York und des American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) ebenso wie der American Academy, Berlin. Er ist Mitglied der Global Zero Commission, der Trilateralen Kommission, des European Council on Foreign Relations (ECFR) und des International Institute for Strategic Studies (IISS) und war Co-Vorsitzender der Euro-Atlantic Security Initiative des Carnegie Endowment for International Peace. Darüberhinaus ist Botschafter Ischinger Mitglied der Unabhängigen Türkei-Kommission, die von dem Friedensnobelpreisträger und früheren finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari geleitet wird, und des Kuratoriums der Hertie School of Governance, Berlin.

 

Im Dezember 2010 wurde Wolfgang Ischinger von der Eberhard-Karls Universität Tübingen zum Honorarprofessor berufen. Im Juni 2011 wurde ihm ferner die Ehrendoktorwürde der Universität Pristina verliehen.

 

Botschafter Ischinger ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und zahlreicher hoher ausländischer Ehrungen, u.a. als Kommandeur der französischen Ehrenlegion. 2008 wurde ihm die Leo-Baeck-Medaille des Leo Baeck Institute in New York verliehen.

 

Wolfgang Ischinger ist mit der Journalistin Jutta Falke-Ischinger verheiratet und hat drei Kinder. Seine Hobbies sind Skilaufen (staatlich geprüfter Skilehrer) und Bergsteigen.

 

Hören Sie auch das "SWR1 Leute"-Gespräch mit Wolfgang Ischinger aus dem Jahr 2008...