Munich Security Report 2018

To the Brink - and Back?


Für die internationale Sicherheit war das Jahr 2017 unter anderem geprägt von Anzeichen einer anhaltenden Erosion der so genannten liberalen internationalen Ordnung, einer immer unberechenbareren US-Außenpolitik sowie der Gefahr einer nuklearen Konfrontation mit Nordkorea. Die Spannungen in vielen Teilen der Welt haben zugenommen: Die Rhetorik zwischen den USA und Nordkorea ist eskaliert, das Zerwürfnis im Golf hat sich intensiviert, nicht nur zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, und es stehen große Rüstungskontrollverträge auf dem Spiel. Im letzten Jahr ist die Welt näher – viel zu nah – an die Schwelle von extremen Konflikten gerückt und es muss alles getan werden, um uns von dieser Schwelle wegzubewegen.

Vor diesem Hintergrund veröffentlicht die Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz ihren jährlichen Munich Security Report (Download des Berichts als PDF hier). Unter der Überschrift "To the Brink - and Back?" gibt der Munich Security Report 2018 einen Überblick über die wichtigsten sicherheitspolitischen Themen und bietet Daten, Analysen, Karten und Infografiken. Als Begleiter und Impulsgeber für die 54. Münchner Sicherheitskonferenz dient der Munich Security Report als Hintergrundlektüre für die Konferenzteilnehmer, wird aber auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der letzte Bericht wurde mehr als 30.000 Mal heruntergeladen und fand in deutschen und internationalen Medien große Beachtung. Die Diskussion auf Twitter findet unter #MSCreport statt.

Zu den diesjährigen Hauptthemen gehören die Krise der liberalen internationalen Ordnung und die Folgen des ersten Jahres der US-Präsidentschaft Donald Trumps. Außerdem werden die neue Dynamik in der europäischen Verteidigungspolitik und die potenziellen Auswirkungen des Brexit beleuchtet. Darüber hinaus analysiert der Bericht regionale Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa, Afrika und dem Nahen Osten. Außerdem werden Einblicke in den Stand der weltweiten Abrüstungs- und Nichtverbreitungsbemühungen, in das Thema Umwelt- und Klimasicherheit sowie in die Cybersicherheit gegeben.

Der Munich Security Report enthält eine Reihe exklusiver und unveröffentlichter Materialien. Für die Erstellung des Berichts hat die Münchner Sicherheitskonferenz mit renommierten Partnerinstitutionen zusammengearbeitet, darunter das Carnegie Endowment for International Peace, das International Institute for Strategic Studies (IISS), das James Martin Center for Nonproliferation Studies (CNS), McKinsey & Company, das Mercator Institute for China Studies (MERICS), die Nuclear Threat Initiative (NTI), Oxford Economics, das Peterson Institute for International Economics (PSI) und die RAND Corporation.

Ausgewählte Highlights des Berichts:

  • Eine von der MSC und McKinsey in Auftrag gegebene Meinungsumfrage zeigt, dass eine Mehrheit der Europäer ihre Streitkräfte über ihre nationalen Grenzen hinaus, vorzugsweise weltweit, einsatzfähig haben möchte.

  • Berechnungen der RAND Corporation vergleichen die Stärke der militärischen Macht der NATO und Russlands in den baltischen Staaten im Falle einer unvorhergesehenen Konfrontation. Russland übertrifft die schnell einsatzfähigen Kampfeinheiten der NATO in Bezug auf Artillerie und Infanterie bei weitem, während die NATO Luftüberlegenheit besitzt.

  • Das Vienna Center for Disarmament and Nonproliferation Studies zeigt die gravierenden Auswirkungen die mir einer Auflösung des INF-Vertrages einhergehen könnte. Die Projektion zeigt, dass Russlands INF-Raketen wahrscheinlich alle wichtigen NATO/US-Basen und -Atomwaffenlager in Europa erreichen könnten.

  • Neue Daten von MERICS zeigen den signifikanten Ausbau der Infrastruktur Chinas im Südchinesischen Meer sowie die steigende globale militärische Präsenz Präsenz.

  • Bisher unveröffentlichte Daten des International Institute for Strategic Studies zeigen Militärausgaben und der Beschaffungsprioritäten ausgewählter afrikanischer Länder. Die Daten zeigen, dass beispielsweise Patrouillenboote und Hubschrauber gefragt sind, während für Systeme wie U-Boote, Kreuzer, Zerstörer, Fregatten oder Korvetten es keine Beschaffungsverträge gibt.

  • Das James Martin Center for Nonproliferation Studies und die Nuclear Threat Initiative zeigen eine Einschätzung des Standes des nordkoreanischen Atomprogramms und eine Analyse dessen, was eine Annullierung des iranischen Atomabkommens bedeuten würde.

  • Unveröffentlichte Projektionen von UN Environment und der ETH Zürich zeigen die Korrelation zwischen Dürren und Konflikten mit geringer Intensität in einer Weltkarte.